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Neuigkeiten

Solarpaket I verabschiedet

Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 26.4.2024 verabschiedet.

 

Kurzzusammenfassung der wesentlichen Änderungen:

Dachanlagen

Gewerbe & Handel:

  • Für Anlagen mit einer Leistung über 40 Kilowatt peak wird die Förderung um 1,5 ct/kWh angehoben (Reaktion auf die gestiegenen Bau- und Kapitalkosten)
  • Mengen für PV-Dachausschreibungen werden mehr als verdoppelt (2,3 GW pro Jahr ab 2026. Ausschreibungsvolumen im Jahr 2024: 900 MW)
  • Nach einer Übergangszeit von einem Jahr vermindert sich die Anlagengröße, ab der die Teilnahme an Ausschreibungen verpflichtend ist, auf 750 kWp (aktuell 1.000 kWp)
  • Vergütungsfreie Überschusseinspeisung für PV-Anlagen bis 200 kWp
  • Anlagenzertifikat soll zukünftig erst ab einer Einspeiseleistung von 270 kW oder einer installierten Leistung von mehr als 500 kW erforderlich sein
  • Vereinfachungen bei der sog. Anlagenzusammenfassung

Wohngebäude:

  • Neue gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: PV-Strom kann unbürokratisch an die Nutzenden in einem Mehrfamilienhaus weitergeben werden
  • Mieterstrom wird zukünftig auch gefördert, wenn er auf gewerblichen Gebäuden und Nebenanlagen wie Garagen erzeugt wird (solange der Stromverbrauch ohne Netzdurchleitung erfolgt)

Balkon-PV:

  • Inbetriebnahme zukünftig bereits vor Stromzählertausch möglich (können die alten Zähler rückwärts laufen, wird das übergangsweise geduldet)
  • Vorherige Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt
  • Anmeldung im Marktstammdatenregister beschränkt sich auf wenige einfach einzugebende Daten
  • Ziel, Balkon-PV an normalen Steckdosen zu ermöglichen. Die Norm wird derzeit durch den VDE Verband überarbeitet

Entbürokratisierung:

  • Repowering (Austausch bestehender Module) für Dachanlagen wird erleichtert
  • Technische Anforderungen für Kleinanlagen (bis 25 kWp) in der Direktvermarktung werden gesenkt
  • Die Möglichkeit zur Förderung von Anlagen auf bestehenden Gebäuden im Außenbereich wird erweitert
  • Ausgeförderte Anlagen können unbürokratisch länger betrieben werden (Netzbetreiber zahlt den Marktwert der PV-Stromerzeugung)

Freiflächenanlagen
Das Solarpaket I hat zum Ziel, mehr Flächen für Solarparks zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig landwirtschaftliche und naturschutzfachliche Interessen zu wahren sowie die Akzeptanz für den Ausbau dauerhaft zu sichern. Flächen sollen viel häufiger als in der Vergangenheit sowohl für die Landwirtschaft als auch für die PV genutzt werden (Agri-PV). Das begrenzt die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen. Dabei bleiben besondere naturschutzrechtliche Schutzgebiete ausgenommen.

  • Zulässige Gebotsgröße der Anlagen in der Ausschreibung wird von derzeit 20 MW auf 50 MW erhöht (um die Kosteneffizienz der Förderung im EEG zu stärken)
  • Naturschutzfachliche Mindestkriterien gelten zukünftig für alle neuen geförderten PV-Freiflächenanlagen (z.B. Vorgaben zur maximal beanspruchten Grundfläche oder zur Passierbarkeit für Tiere. Der Anlagenbetreiber kann aus fünf Kriterien drei für seine Anlage wählen)
  • Eigenes Untersegment für besondere Solaranlagen (Agri-PV, Floating-PV, Moor-PV und Parkplatz-PV) mit eigenem Höchstwert von 9,5 ct/kWh. Die Menge besonderer Solaranlagen, die jährlich ausgeschrieben wird, wächst schrittweise auf bis zu 2.075 MW
  • Flächeninanspruchnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen wird auf ein Maximum von 80 Gigawatt bis 2030 beschränkt. Mindestens 50 % der PV soll auf, an oder in Gebäuden oder Lärmschutzwänden errichtet werden

Für mehr Hintergründe und den Entstehungsprozess des Solarpaket I besuchen Sie die Internetseite der Bundesregierung.

Auf der Internetseite des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) finden Sie außerdem einen Überblick über die Inhalte des Solarpaket I.